Ich befinde mich in Woche 5 ohne Zucker und Kuhmilch. Wie
ihr lesen könnt, ich lebe immer noch. Das hätte ich selber nicht für möglich
gehalten. Ich dachte immer, ich bin ein Mensch, dem es sehr schwer fällt, etwas
durchzuhalten. Wobei ich ja der Meinung bin, dass mein Körper weiß, dass ich
etwas Gutes für ihn tue und deshalb gelingt es mir. Hatte ich ja in einem
vorherigen Blogeintrag schon erwähnt. Also, hört in euch hinein, ein bisschen und
ihr erfahrt mit Sicherheit, was gut für euch ist. Falls ihr das mit dem selber
hineinhören nicht schafft, dann sucht euch jemanden, der für euch übersetzt.
Körper – Deutsch / Deutsch – Körper (das Deutsch kann natürlich durch jede x –
beliebige Sprache ersetzt werden, ist ja klar, ne). Ich habe ja auch eine
Übersetzerin gebraucht, die mir das mit Kuhmilch und Zucker übersetzt hat, aber
ich habe es auch geschafft, selber etwas zu verstehen, was mein Körper mir
gesagt hat. Ok, er war echt deutlich und ich hätte viel früher auf ihn hören
sollen (sorry, Körper…). Ich gelobe Besserung, ehrlich…
Vor 2,5 Jahren fing mein Körper schon an, mit mir zu
sprechen. Damals teilte er mir durch permanent verspannte Kiefermuskeln, dass
ich doch mal was ändern soll in meinem Leben. Ich dachte damals, ich wäre
einfach nur urlaubsreif und habe auf den Sommerurlaub hin gefiebert. Dann kam
der Urlaub, Portugal. Es war toll, aber die Kiefermuskeln verspannten nach dem
Urlaub wieder. Ich habe tausend andere Gründe gefunden und zeitweise entspannten
die Kiefermuskeln auch wieder etwas. So habe ich mich dann echt 2,5 Jahre
durchgetunnelt. Weitere Ansagen meines Köpers waren dann: Herzrasen,
Rastlosigkeit, Ohrengeräusche, schwitzen und immer wieder verspannte
Kiefermuskeln. Zum Schluss war es dann so, dass ich mich in der Nacht blutig
gekratzt habe. Ja. So hat mein Körper rebelliert.
Vor einem Jahr war ich ja dann zumindest schon mal soweit,
dass ich meinen Stressfaktor benannt habe. ARBEIT!!! Aber nicht der Stress
durch die Klientel, sondern Stress durch Kollegen. Ich sagte mir:“ Ok,
Dinkfrau, ein Jahr guckst du dir das jetzt noch an und wenn sich dann nichts
ändert, dann suchst du dir wirklich und ganz real einen neuen Job!!!“ Mein Herz
hätte das schon längst getan, aber der Kopf, ja, der Kopf. Der hat mich
ausgebremst. Ok, also vor einem Jahr, da war ich eben stehen geblieben. Der
Zustand hat sich nicht wirklich verbessert. Im vergangenen Herbst habe ich Mut
gefasst und habe versucht, einige Dinge zu klären, mit Kollegen. Das ging aber
total in die Hose. Danach wurde es nur noch schlimmer.
Kurze Zeit später habe ich dann endlich Bewerbungen
geschrieben und an Heiligabend hatte ich meinen neuen Arbeitsvertrag in der
Tasche. Ein gutes Gefühl, das kann ich euch sagen. Eine zenterschwere Last ist
von mir abgefallen. Zwei Monate habe ich dann noch an der alten Arbeitsstelle
arbeiten müssen. Da kam dann die Nacht, in der ich mich blutig kratzte…Gut,
dass ich schon gekündigt hatte.
Und jetzt arbeite ich an meinem neuen Arbeitsplatz. Ich bin
entstresst!!! Ich stehe morgens auf und bin entspannt und ich konnte auch
einschlafen, ohne Gedanken an die Arbeit. Und dem Chaoskönig sage ich auch nur
noch: „Es war schön auf der Arbeit!“ Mehr nicht, er kann das auch noch gar
nicht glauben, musste er sich doch die letzten 2,5 Jahre viel viel mehr
anhören, täglich…
Ich stehe also auf und stehe noch nicht unter Strom, so wie
es vorher war. Ich beginne den Tag entspannt und ich beende ihn entspannt.
Immer locker durch die Hose atmen, hat mal eine Kollegin zu
mir gesagt. Damals konnte ich es nicht, jetzt bin ich dabei, es zu lernen. Ich
lerne, mir Zeit zu lassen. Ich lerne, mich nicht permanent unter Druck zu
setzen. Und ich merke, ich kann es. Zwar verfalle ich hin und wieder in den
Stressmodus zurück, aber ich merke es und ich kann es stoppen.
Mein Körper muss nicht mehr so arg mit mir schimpfen.
Ich nehme mir momentan Zeit, für Dinge, die mir Spaß machen
und die mir guttun. Yoga, lesen und meinen Blog schreiben. Ich bin aus dem
Stress – Hamsterrad rausgehüpft.
Es gibt eben Menschen, die einem das Leben schwermachen.
Vielleicht merken sie es manchmal auch gar nicht. Wichtig ist, dass wir es
merken und das wir frühzeitig etwas dagegen tun. Was das ist, das muss jeder
selber herausfinden. Für mich war es der Jobwechsel. Auch wenn ich mit dieser Handlung
viele Menschen zurückgelassen habe, die mir ans Herz gewachsen sind
(*schluchz*), manchmal muss das ebenso sein. Ich lasse jetzt einfach
zusätzliche Menschen an/ in mein Herz wachsen.
Ich wünsche mir, dass ich für euch demnächst den Blogeintrag:
„Umgang mit Menschen, die mir das Leben schwer machen“ schreiben kann. Ich
wünsche es mir, aber ich habe dafür auch koch keine Lösung gefunden. Ich bin
noch am Suchen und ausprobieren.
Für Tipps dazu bin ich dankbar!
Also, euch eine schöne, entspannte Woche und vergesst nicht,
immer mal locker durch die Hose zu atmen!
Eure Dinkfrau
Übrigens: Ich kann jetzt zur Arbeit laufen und fahre keine
36 km mehr…Das finde ich toll, aber ich wäre die 36 km auch gerne noch weiter
gefahren um Zeit mit den ´miransherzgewachsenen`zu verbringen…
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen